Inspiration

Ein Freund Gottes

Einmal,

lass es vor langer Zeit gewesen sein, hatte ein deutscher Zen-Mönch seinen japanischen Zen-Lehrer zu Besuch.

Er zeigte ihm einige Sehenswürdigkeiten seiner Heimatstadt. Dabei ging der Zen-Meister in seiner schwarz-weißen Mönchsrobe neben ihm her und zog so manchen Blick auf sich.

So kamen sie in eine wunderschöne christliche Kirche, in die andächtige Stille des hohen Kirchenschiffes.

Der japanische Zen-Meister empfand wohl die meditative Kraft des Domes zu Ehren Gottes und setzte sich in eine der hölzernen Kirchenbänke.

Wie er es gewohnt war, kreuzte er seine Beine im Lotossitz unter seiner Robe und saß aufrecht und still mit geöffneten Augen alleine in den Bänken.

Da kam ein kleines Mädchen zu ihm und schaute ihn mit großen Augen an.

Dann fragte es:

»Bist Du der liebe Gott?«

Der Zen-Meister lächelte das Mädchen an, verneigte sich mit zusammengelegten Händen in ihre Richtung und sagte in herzlicher Erfüllung:

»Nein, aber ich bin ein Freund von ihm.«

Gewidmet Roshi Rei Shin Bigan

Aus: „Die 108 Perlen der Mala“

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