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Inspiration

Eine Ostergeschichte – Teil 1

… für Kinder

(und alle, die um das Kind in sich wissen.)

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Johanna öffnete die Augenlider, das laute und fröhliche Zwitschern der Vögel hatte sie geweckt. Es passte so gar nicht zu der Stimmung zu Hause. Johanna sah, dass ihre Mutter Maria schon aufgestanden und dabei war, im Morgengrauen das Haus zu verlassen. Sie wollte das Grab von Jesus besuchen, ihre Familie war lange mit ihm befreundet gewesen. Erst vor drei Tagen ist er gestorben. Maria drehte sich kurz um, sie schenkte ihrer achtjährigen Tochter ein kleines Lächeln. Aber Johanna sah die Trauer in ihren Augen.

Jesus liebte die Kinder

Johanna rollte sich auf ihrer Schlafmatte zur Seite und hing ihren Gedanken nach. Sie erinnerte sich noch gut an den Tag vor einem Jahr, als ihre Mutter sie zu Jesus gebracht hatte, damit er sie segnet. Jesu Freunde wollten sie und die anderen Kinder verscheuchen: „Verschwindet!“ Doch Jesus blieb ruhig und freundlich: „Lasst die Kinder zu mir zu kommen, denn ihnen gehört das Himmelreich.“ Ihr sollte das Himmelreich gehören? Johanna konnte sich darunter nichts Genaues vorstellen, aber es musste etwas ganz Wunderbares sein. Später begegnete sie Jesus immer wieder und er begrüßte sie mit einer segnenden Geste „Friede sei mit dir!“ Über diese Augenblicke freute sich Johanna sehr, denn manchmal war der Alltag für sie und ihre Mutter nicht einfach, zwei Jahre nach Johannas Geburt war ihr Vater an einem Fieber gestorben. Dadurch gehörten ihre Mutter und sie nun zu den ärmeren Leuten im Dorf. Seitdem kam es vor, dass der Nachbarsjunge Matthias sich manchmal über ihre Kleider lustig machte.

Was würde Gott machen, wenn er ein Mensch wäre?

Doch dann kam ihre Mutter mit bleichem Gesicht nach Hause und erzählte, dass Jesus verurteilt und am Kreuz gestorben sei. Johanna war sehr traurig. Sie fragte ihre Mutter: „Warum? Warum hat man ihm das angetan? Er hat doch niemandem etwas zuleide getan?“ Die Mutter erklärte, dass Jesus tatsächlich nichts Böses getan hatte. „Aber Jesus sagte immer frei heraus, was er dachte und manche kritisierte er auch. Einigen gefiel das nicht, deshalb beschuldigten sie Jesus, dass er über Gott gespottet hat.“ Johanna wusste aber, dass Jesus Gott sehr lieb hatte. Nach einer Weile fuhr ihre Mutter fort: „Weißt du Johanna, Jesus hat den Leuten gezeigt, was Gott machen würde, wenn er ein Mensch wäre. Deshalb weißt du, dass Gott dich und die anderen Kinder sehr lieb hat, Jesus hat es selbst gesagt. Und mit seinem Leiden hat Jesus gezeigt: Gott ist an der Seite der Menschen, die verspottet und misshandelt werden.“ Johanna war überrascht. Das bedeutete, dass Gott bei ihr war, wenn Matthias sie wieder ärgerte! Mit Zuversicht richtete sie sich von ihrer Schlafmatte auf.

Was geschah mit ihrem Vater?

Die Mutter hatte ihr eine Schale mit warmem, süßem Getreidebrei hingestellt. Sie liebte es, aus dieser Schale zu essen, denn einst hatte sie ihrem Vater gehört. Verträumt erinnerte sie sich daran, als sie als kleines Mädchen mit ihm in den Weinberg gegangen war. Schmunzelnd hatte er ihr die süßesten Trauben in die Hände gelegt. Doch plötzlich wurde er schwer krank, Fieber rüttelte an seinem Körper. Und eines Morgens hatte sein Herz aufgehört zu schlagen. Johanna hatte ihn schmerzlich vermisst. Vor allem in der ersten Zeit erschien er ihr im Traum und manchmal hatte sie den Eindruck, als würde er gleich um die Ecke kommen. Doch er kam nicht. War sein Leben nun komplett ausgelöscht? Oder musste er immer noch leiden?

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Morgen am Ostermontag!

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Text © Rita Deschner
Herzlichen Dank an: Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau

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