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Leben

Fühlen und Tasten

Der Tastsinn und das Fühlen einer Berührung – diese zwei Seiten derselben Fähigkeit – entstehen ganz früh in der embryonalen Entwicklung.

Der Fötus ist umschlossen von der Gebärmutter, und schwerelos im Fruchtwasser schwimmend, stößt er immer wieder an diese begrenzende Haut, berührt und wird berührt.

Es ist der Beginn einer langsam wachsenden Selbstwahrnehmung.

Die ersten inneren Bilder, die aus dieser Erfahrung entstehen, sind taktile Muster; mit Abertausenden Sensoren auf seiner Haut erfährt der Embryo sich selbst. Auch wenn er objektiv an Grenzen stößt, die seine Welt abschließen, lebt er doch in ungebrochener Ganzheit:

Die Welt und er sind eins, und Leben ist Kontakt, ist Fühlen.

In dieser schwerelosen Welt herrscht vollkommene Geborgenheit, Sicherheit, Selbstverständlichkeit.

Alles hat seine Ordnung, es gibt keinen Zweifel, denn es gibt noch kein Denken, das diese Begriffe hervorrufen und mit ihnen zwischen Ich und Außenwelt unterscheiden könnte.

Berühren und Berührtwerden sind die Urerfahrung jedes Menschen und deshalb bestimmend für das ganze Leben.

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„Eine Berührung kann uns von Kopf bis Fuß wieder zusammenfügen,
kann die zerbrochenen Teile unserer Lebensenergie über Barrieren hinwegfließen lassen.“

Eva Reich
Ärztin (Tochter des Psychoanalytikers und Freudschüler Wilhelm Reich)

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Wie genau eine Berührung sich im Netzwerk von Körper und Seele auswirkt, welche Instrument im Konzert der Botenstoffe und der elektrischen Signale besondere Impulse erhalten, das wird sich im Einzelnen nicht zeigen lassen.

Berührung scheint insgesamt den „Klang des Orchesters“ mit größerer Kraft zu füllen.

Sie beeinflusst die Harmonie, nimmt Dissonanzen aus dem Spiel und verbessert die Schönheit der Melodie. Aber diese Metapher zeigt nur, dass die heilende Berührung offenbar wieder zusammenfügt, was im Begriff war, auseinanderzufallen, dass sie also auf einer grundlegenden, nicht einer spezifischen Ebene ansetzt.

Weil sie die Ganzheit fördert, weil sie den Körpergeist in der Berührung an das früheste Erlebnis vollständigen Einsseins erinnert, gibt sie dem Netzwerk von Körper und Seele die Möglichkeit, Störungen auszugleichen und den verlorenen Einklang wiederzugewinnen, die Kohärenz.

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© Joachim Faulstich in „Das Geheimnis der Heilung“
Bildquelle

Weiterer Beitrag folgt… „Heilende Brührung“ >>>

 

 

 

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