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Inspiration

Gesund werden

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„Willst du gesund werden?“
fragt Jesus den Kranken, der seit achtunddreißig Jahren am Teich Bethesda wartet.

– Welche Fragen an einen, der doch auf nichts anderes wartet, als auf Heilung!

Die Antwort:

„Herr, ich habe keinen Menschen.“

Das „Ja, aber…“ spricht er gar nicht aus.

Selbstverständlich will er gesund werden – aber er hat keinen Menschen.

Menschen braucht der Mensch zur Gesundheit, zum Heil-Werden und zum Heil-Sein, nicht nur einen Menschen, der ihm während des Krankseins pflegerisch zur Seite steht, sondern einen Menschen als Hilfe zum Menschsein.

Das Kranksein gehört zu den elementaren Erfahrungen menschlicher Existenz.

Nicht nur die Hilflosigkeit macht uns dabei zu schaffen, das Abhängig sein von anderen Menschen, sondern auch das Empfinden dafür, dass das Leben begrenzt ist. Diese Erfahrung kann heilsam sein; denn sie mahnt uns, mit unseren Kräften sorgsam umzugehen.

Wer krank ist, hat in der Regel – wie der Man am Teich Bethesda – den Wunsch, gesund zu werden. Die Krankheit beschwert nicht nur den Leib, sondern oft auch die Seele – und die Sehnsucht nach körperlicher Gesundheit schließt die nach seelischer Heilung ein. Es hat darum seinen guten Sinn, dass das Nachdenken über Heilen und Heil, also über das Heil-Sein, immer etwas mit dem Wohlsein und Wohlbefinden des Menschen zu tun hat.

Wer auf dem Weg der Besserung ist, macht sich – hoffentlich – Gedanken über sein Krank-Geworden-Sein. Das ist gut so. Denn zum Gesundwerden, gehört neben dem Nachdenken über sich selbst auch das Bemühen, die eigene Mitte zu finden. Zeiten der Krankheit sind daher oft auch Zeiten des Nachdenkens über das Woher und Wohin des eigenen Lebens. Fragen nach dem Sinn von Leid und Krankheit werden laut.

„Krankheit“ und „Gesundheit“ sind auf den ersten Blick begriffliche Gegensätze; doch bei genauerer Betrachtung beschreiben Krankheit und Gesundheit ein Spannungsverhältnis, in dem sich unser Leben abspielt. Ganz krank und ganz gesund ist der Mensch selten. Krankheiten können Türen öffnen zu neuen Erkenntnissen; sie können zu Wendepunkten werden im Leben. Da wird plötzlich manches unwichtig und nebensächlich, was bisher im Zentrum des eigenen Denkens stand.

Wer darum seine Krankheit als Chance begreift, die Schwerpunkte seines Denkens und Handelns neu zu bestimmen, der wird nicht weitermachen und alles lassen wie bisher, sondern der wird sein bisheriges Leben überdenken und ihm einen neuen Sinn geben.

Heilung ist aber mehr als nur die Wiederherstellung eines alten Zustandes. Heilung meint das Heilwerden an Leib und Seele.

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© Wolfgang Brinkel
Marl/ Leipzig, Januar 2001
aus seinem Vorwort zum Buch „Jeder Tag ist ein neuer Anfang – Von der Zuversicht, gesund zu werden“

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