Dateianhang-Details Image filter www.yoga-leben-inspiration.de-Lachen-wenn-es-weh-tut-Geschichte-Sonntag-September-2016
Inspiration

Lachen, wenn’s weh tut

In meinem ersten Jahr in Thailand wurden wir von einem  Kloster ins andere in einem kleinen Lastwagen gefahren. Natürlich saßen die Senior-Mönche vorn und besetzten die besten Plätze.

Wir Junior-Mönche mussten uns hinten auf der Ladefläche auf harten Holzbänken zusammendrängen. Oberhalb der Bänke befand sich ein niedriger Metallrahmen, über den eine Plane gezogen war, die uns vor Regen und Staub schützen sollte.

Es gab damals nur unbefestigte Straßen, die sich in einem traurigen Zustand befanden. Jedes Mal, wenn ein Rad ein Schlagloch traf, hüpfte der Wagen nach unten und unsere kleine Gruppe nach oben. Rums!

Ich weiß nicht, wie oft ich mir dabei den Kopf an dem Metallrahmen stieß. Da ich zudem auch noch kahl war, gab es keinen „Puffer“, der den Schlag etwas milderte.

Wenn ich mir den Kopf stieß, fluchte ich jedes Mal – natürlich auf Englisch, damit mich die Thai-Mönche nicht verstanden.

Aber wenn einer von ihnen mit dem Kopf gegen das Metall krachte, lachte er nur! Das begriff ich einfach nicht. Wie kann man lachen, wenn man sich auf so schmerzhafte Weise den Kopf stößt? Ich vermutete, dass die Köpfe dieser Thais dermaßen oft solchem Aufprall ausgesetzt worden waren, dass sie schon bleibende Schäden hatten.

Doch da ich früher als Wissenschaftler gearbeitet hatte, beschloss ich, ein Experiment zu wagen und beim nächsten Mal genauso zu lachen wie die Thai-Mönche. Ich wollte herausfinden, wie das war. Und wissen Sie, was ich entdeckte? Dass es erheblich weniger schmerzt, wenn man lacht!

Gelächter entlässt Endorphine in die Blutbahn, natürliche schmerzstillende Mittel. Endorphine kräftigen außerdem das Immunsystem und helfen beim Kampf gegen Infektionen. Lachen ist also förderlich, wenn man Schmerz verspürt. Wenn Sie mir nicht glauben, machen Sie doch selbst den Test, wenn Sie sich das nächste Mal den Kopf stoßen!

Diese Erfahrung hat mir beigebracht, dass die Schmerzen des Lebens weniger wehtun, wenn man ihnen die komische Seite abgewinnt und darüber lacht.

© Ajahn Brahm in „Die Kuh, die weinte“
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