Leben

Licht und Schatten

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Nachhaltige Arbeit mit dem dunkelsten Schatten braucht als Gegengewicht die Hinwendung zu unserer unbewussten lichten Seite. Beide ergänzen sich im Übrigen perfekt und spiegeln sich wider.

In der Natur erscheint der konkrete Schatten umso dunkler, je heller das Licht ist, das ihn wirft. Gilt das auch für Menschen? Je positiver oder »heiliger« ein Mensch, desto negativer oder unheiliger sein Schatten?

Wir wissen, dass der heilige Paulus, der politische Propagandist des Christentums, zuvor als Saulus der berühmte Christenschlächter war. Seine Wandlung vom Saulus zum Paulus ist sprichwörtlich.
Auch in seinem Leben als Apostel berichtet Paulus weiter von Schattenerfahrungen: »Denn ich begreife mein Handeln nicht: Ich tue nicht das, was ich will, sondern das, was ich hasse«, bekannte er im Brief an die Römer (Röm, 7,15).

Aber sind wir bereit, auch das Prinzip dahinter zu erkennen: Je heller das Licht, desto dunkler der Schatten, je lichter eine Gestalt, desto dunkler ihr Schatten.

Und auch die Umkehrung gilt: Je finsterer der Schatten, desto größer das Lichtpotenzial.

»Wo Licht ist, ist auch Schatten. «

Wie können sich die ungelebten (ungeliebten) Anteile in uns zeigen?
Am Beispiel der Novelle von Dr. Jekyll und Mr. Hyde – am Tag der anständige Bürger und des nachts das ganze Gegenteil, heißt es bei Ruediger Dahlke dazu weiter**:

In Wahrheit besitzen wir alle entsprechende Überdruckventile, nur sind wir uns ihrer meist nicht bewusst:

  • In Träumen der Nacht und besonders in den dunklen Angst- und Horrorträumen, den sogenannten Albträumen, entladen sich entsprechende Energien. Jeder Albtraum ist ein Stück Schattentherapie, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht. Insofern könnten wir dankbar für sie sein.
  • Auch unsere Fehlleistungen sind Schattenäußerungen, die uns auf die dunklen Energien in unserer seelischen Tiefe aufmerksam machen können. Ihnen ist demnach ebenfalls Dank geschuldet.
  • Krankheits- und andere Symptome tun das ihrige, um unseren verdrängten dunklen Seiten Ausdruck zu verschaffen. Wir müssten nur im Sinne von Krankheit als Symbol auf sie zugehen und horchen lernen.
  • Was uns an unserem Körper nicht gefällt, könnte uns sehr leicht darauf aufmerksam machen, wo wir hängen und Wachstumsbedarf* haben.
  • Bei Unfällen und allen möglichen Problemen von der Partnerschaft bis zum Beruf fordert die Schattenenergie ebenfalls Auftrittsmöglichkeiten auf der Bühne unseres Lebens.

Die Frage ist, ob wir diesen Versuchen Beachtung schenken oder ob wir sie zurück in die Versenkung drücken. Falls wir Letzteres tun, bieten wir dem geneigten Publikum unseres Lebens weiter unser gewinnendes Lächeln – in der Hoffnung, es möge glauben, was wir es glauben machen wollen, dass wir nämlich wirklich sind, was es sieht.

Des kann immer nur eine gewisse Zeit gut gehen – so lange, bis die sich stauende Schattenenergie so sehr anwächst, dass sie einen weiteren und weniger leicht übersehbaren Ausdruck hervorbringt.
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Ruediger Dahlke
in „Das Schatten-Prinzip“  – Herzlichen Dank!

* „Der Körper als Spiegel der Seele“ Ruediger Dahlke
** Überleitungstext von mir

Bildquelle

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