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Yoga

Meditation – Suche nach dem inneren Himmel

Meditation
ist nichts als ein Hilfsmittel, um dir dein wahres Selbst bewusst zu machen – und das wird nicht von dir geschaffen, es braucht nicht erst von dir geschaffen zu werden. Es ist das, was du schon bist!

Du bist damit geboren worden. Du bist es. Es muss nur wieder entdeckt werden. Wenn das nicht möglich ist, oder die Gesellschaft nicht zulässt, dass man es entdecken kann … Und keine Gesellschaft lässt das zu, denn das wahre Selbst ist eine Gefahr – eine Gefahr für die etablierte Kirche, eine Gefahr für den Staat, eine Gefahr für die Masse, eine Gefahr für die Tradition. Denn wenn ein Mensch sein wahres Selbst erkennt, wird er zu einem Individuum. Dann fällt er nicht mehr unter die Massenpsychologie; dann fällt er nicht mehr irgendeinem Aberglauben zum Opfer, dann kann er nicht mehr ausgebeutet werden, dann kann er nicht wie Herdenvieh gelenkt werden, dann kann er nicht mehr herumkommandiert und mit Befehlen manipuliert werden. Dann lässt er sein eigenes Licht leuchten und lebt nach seiner eigenen inneren Stimme. Dann hat sein Leben eine unermessliche Schönheit und Integrität.

Meditation hilft dir, deine eigenen intuitiven Fähigkeiten zu entwickeln. Dann wird es für dich ganz klar, was dich nährt und erfüllt und was dich zum Blühen bringen kann. Und was das sein mag, ist für jedes Individuum anders. Darin liegt die Bedeutung des Wortes „Individuum“: Jeder ist einzigartig. Und die Suche nach deiner Einzigartigkeit ist ein großes aufregendes Abenteuer.

Es gibt keine größere Magie als Meditation.

Die Umwandlung von Negativem in Positives, die Umwandlung von Dunkelheit in Licht – darin besteht das Wunder der Meditation. Die Verwandlung eines zitternden Angsthasen in eine unerschrockene Seele, die Verwandlung eines Menschen, der nicht mehr klammert und besitzergreifend ist – das geschieht durch Meditation.

Buddha nannte Meditation ein großes Schwert, das deine Probleme an der Wurzel abschneidet. Sie macht dir bewusst, dass du deinen inneren Abgrund nicht zu fürchten brauchst, denn er ist schön, er ist beglückend. Du hast diese Beglückung und diese Schönheit noch nicht erfahren, weil du dich darauf noch nie eingelassen hast, weil du immer davor weggelaufen bist. Du hast noch nicht davon gekostet: Es ist kein Gift, sondern Nektar! Aber wie kannst du das wissen, wenn du nicht davon kostest? Du läufst vor etwas weg, das zur Erfüllung deines Lebens werden kann. Du läufst vor etwas weg, das die einzige Sache ist, die zu erlangen sich lohnt: Du läufst weg vor dir selbst!

Meditation bedeutet, sich bewusst zu werden, dass die Quelle des Lebens im Inneren ist. Der Körper ist vom Äußeren abhängig, das stimmt – aber du bist nicht nur dein Körper. Du selbst bist nicht vom Äußeren abhängig, du bist von der inneren Welt abhängig. Das sind die beiden Richtungen: Du kannst dich nach außen oder nach innen bewegen. Denken und Verstand sind der Prozess, bei dem man nach außen geht, und dieser Prozess beginnt mit dem Tag, an dem das Kind die Mutterbrust entdeckt. Damit beginnt der Verstand. Und er führt dich immer weiter und weiter weg von dir selbst.

Meditation ist die Erkenntnis: „Es gibt auch eine innere Welt, und danach muss ich suchen“
Der Verstand ist auf irgendein Ziel, irgendein Objekt fokussiert. Meditation ist die Suche nach dem reinen Sehnen ohne Objekt, nur das Sehnen. „Was ist diese Sehnsucht in mir, die viel Geld haben will, viel Macht haben will, berühmt werden will … Was ist diese Sehnsucht in mir? Wer ist dieser Sehnende in mir? Worin besteht sein Wesen?

Diese Sehnsucht zu kennen ist Meditation. Und sie in ihrer Reinheit zu kennen bedeutet, Gott zu kennen. Sehnsucht ohne irgendeinen Inhalt, reines Sehnen, die reine Flamme ohne jeden Rauch – das ist Gott.

Meditation führt dich zu Gott, denn sie führt dich zu deinem innersten Wesenskern. Und wenn du anfängst nach innen zu gehen, schliesst sich der Kreis.

Du wirst erst reif in dem Moment, in dem Meditation zu dir kommt, ansonsten bleibst du kindisch. Das Spielzeug mag sich ändern: Kleine Kinder spielen mit kleinen Spielsachen und große Kinder, ältere Kinder, alt gewordene Kinder spielen mit großen Spielsachen – aber qualitativ ist da kein Unterschied. Manchmal kannst du es bei deinem eigenen Kind erleben … Es stellt sich auf den Tisch und du sitzt auf dem Stuhl daneben, und es sagt: „Schau, Papa, ich bin größer als du!“ Es steht höher, auf dem Tisch, und es sagt: „Schau, ich bin größer als du!“, und du lachst.

Aber was machst du selbst?

Wenn du mehr Geld bekommst, schau mal, wie du dann gehst! Du sagst damit all deinen Nachbarn: „Schaut, ich bin größer als ihr!“ Oder wenn du Präsident oder Premierminister eines Landes geworden bist, schau, wie du dann gehst, mit welcher Erhabenheit, mit welchem Ego. Damit sagst du allen: „Ich habe euch alle besiegt! Jetzt sitze ich auf dem größten Sessel.“
Das sind genau die gleichen Spiele! Von deiner Kindheit bis ins hohe Alter spielst du genau die gleichen Spiele. Ob du nun „Monopoly“ auf dem Brett spielst oder das richtige „Monopoly“ an der Börse, macht keinen Unterschied; es ist das gleiche Spiel, nur in größerem Maßstab.
Sobald du einmal verstanden hast, dass hier die Wurzel deiner kindischen Unreife liegt, in diesem nach außen gehendem Verstand … Kleine Kinder fangen an, nach dem Mond zu greifen, und selbst die größten Wissenschaftler versuchen, den Mond zu erreichen – und sie haben ihn schon erreicht. Das ist kein großer Unterschied. Doch selbst wenn du den Mond erreichst, was tust du dann dort? Du bist der gleiche geblieben! Du wirst auf dem Mond stehen, mit dem gleichen Schrott im Kopf und all dem heiligen Kuhmist, den du im Herzen mit dir herumschleppst! Es wird überhaupt keinen Unterschied machen! Du kannst ein ganz armer oder ein ganz reicher Mensch sein, du kannst total anonym oder weltberühmt sein – es macht überhaupt keinen Unterschied.

Solange der Verstand keine Kehrtwendung nach innen macht, solange der Verstand sich nicht in eine völlig neue Dimension bewegt und zur Meditation wird …

Meditation ist der Verstand, der sich seiner eigenen Quelle zuwendet.

Meditation macht dich zu einem reifen Menschen, Meditation macht dich erst zu einem wirklich erwachsenen Menschen. Älter zu werden bedeutet nicht unbedingt erwachsen zu werden. Ich sehe Leute, die mit achtzig Jahren immer noch dieselben Spiele spielen, diese hässlichen Machtspiele – noch im Alter von 82, 83, 84 Jahren! So tief scheint ihr Schlaf zu sein. Wann werden sie endlich aufwachen? Wann werden sie sich auf die innere Welt besinnen? Und der Tod wird dir alles wegnehmen, was du für dich angehäuft hast – deine Macht, dein Geld, dein Ansehen. Nichts bleibt übrig. Nicht die geringste Spur davon. Dein ganzes Leben wird weggewischt. Der Tod wird kommen und alles zerstören, was du hervorgebracht hast; der Tod wird kommen und beweisen, dass alle deine Schlösser nur Kartenhäuser waren.

Reife bedeutet, dass du etwas in dir erkannt hast, was todlos ist, dass du etwas in dir kennst, was den Tod transzendieren wird – das ist Meditation.
Der Verstand kennt die Welt, Meditation kennt Gott. Der Verstand ist der Weg, um das Objekt zu verstehen; Meditation ist der Weg, um das Subjekt zu verstehen. Der Verstand ist das Interesse an Inhalt, Meditation ist das Interesse am Behälter – dem Bewusstsein. Der Verstand versteift sich auf die Wolken, die Meditation sucht nach dem Himmel. Die Wolken kommen und gehen, doch der Himmel bleibt unveränderlich bestehen.

Suche nach dem inneren Himmel.
Und wenn du ihn gefunden hast, wirst du niemals sterben. Der Körper wird sterben, der Verstand wird sterben, aber du wirst niemals sterben. Nur ein Meditierender weiß, was das Leben ist, denn er ist bis zur Quelle aller Ewigkeit vorgedrungen.

© Osho
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