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Inspiration

Von einem, der auszog

Es war einmal ein Junge, der lebte in ärmlichen, aber glücklichen Verhältnissen. Seine Eltern ehrten Gott, liebten einander und liebten die Kinder. Sie waren mit allen in dem kleinen Dorf befreundet, in dem sie lebten. Sie waren aber, wie gesagt, arm, und dieser Junge hatte große Träume.

Er erzählte seine Träume seinen Eltern, und diese meinten, klug wie sie waren, er könne sie niemals in dem Dorf verwirklichen, sondern nur in einer großen Stadt. Sie erklärten ihm auch, dass man viel Geld benötige, um in die Stadt gehen zu können, was sie aber nicht besäßen. Er solle deshalb wie sie Bauer werden. Sie seien nicht reich, hätten aber alles, was sie brachten, und seien zudem auch noch zufrieden und glücklich.

Damit konnte sich der Junge nicht zufrieden geben. Eines Tages packte er seine Siebensachen, schrieb seinen Eltern einen liebevollen Abschiedsbrief und zog los.

Er erreichte die Stadt und fühlte sich verloren, einsam und unsicher. Bald war das wenige Geld verbraucht, das er mitgenommen hatte, und ermusste jede nur erdenkliche Arbeit annehmen, um sich überhaupt ernähren zu können. Zum Schlafen suchte er sich eine ruhige Stelle im Freien, denn etwas anderes konnte er sich nicht leisten.

Dann geschah das Wunder.

Er fand eine Arbeit, die ihm den Aufstieg ermöglichte. Sein Traum ging in Erfüllung. Er wurde reich. Er hatte es geschafft. Alles hatte sich so gefügt, wie er es sich vorgestellt hatte.

Trotzdem blieb ein Teil seines Traumes unerfüllt: Wo war das große Glück, das er sich stets so bunt ausgemalt hatte? Das Glück, das er von zu Hause kannte?
Hätte er – außer dass er in der Stadt mehr verdiente (und auch ausgab) – nicht ebenso gut zu Hause bleiben können?

Er spürte. Dass er unbedingt wieder Kontakt zu seiner Familie, besonders zu seinen Eltern aufnehmen musste.
Er fuhr deshalb zu ihnen.
In ihrer Liebe lebte er auf.
Zudem erkannte er, dass die Verwirklichung seines Traumes ihm etwas sehr Großes geschenkt hatte:

Zu sehen, was er bereits gehabt hatte, als er noch völlig unerfüllt, träumte.

 

© Stephan von Stepski-Doliwa -„Zeitlose Wahrheiten für jeden Tag“

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2 Kommentare

  • Antworten Petra Pinnel-Staud 30. Juli 2017 at 8:50

    Eine wertvolle Geschichte, so muss jeder seine Erfahrungen machen. Wenn er nicht in die Stadt gegangen wäre, hätte er das Glücklich sein nicht erkannt. Liebe Grüße Petra und danke für die schöne Geschichte.

    • Antworten Constanze 31. Juli 2017 at 12:22

      Manchmal muss man erst etwas verlieren, damit man schätzt, was man hat. Ganz richtig, liebe Petra :) Liebe Grüße zu Dir, C ☼

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