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Leben, Yoga

Wachstum und Veränderung

Wachstum und Veränderung sind nützliche, wenn auch begrenzte Metaphern. Sie sind nicht genügend komplex und werden leicht von den Motten des Klischees zerfressen. Überall um uns herum ist von Wachstum und Veränderung die Rede, denn es handelt sich um modische Begriffe.

Doch Veränderung, wie sich herausstellt, widerspricht unserer eigentlichen Natur. Menschliche Systeme sind häufig dazu entworfen, sich Veränderungen zu widersetzen und Stabilität anzustreben; und das aus gutem Grund. Ein völlig offenes System ohne eine Vorrichtung, um eine Auswahl zu treffen, zu filtern und äußere Einflüsse in Schach zu halten, wird nicht lange überdauern. Jedes lebende System schütz sich selbst, indem es seine Grenzen schützt; das gilt für die Zelle, für die Organe, den Körper und die Psyche.

Sehen sie sich um: Die Medien des menschlichen Ausdrucks haben sich im Laufe der Jahrhunderte stark verändert, von Höhlenwänden über Steintafeln hin zu Papier und Computerbildschirm. Doch die Geschichten, die von diesen Medien übermittelt werden, die grundlegenden Themen, sind sich bemerkenswert gleich geblieben. …

Das Haus der Seele, … ist aus Stein erbaut. Möglicherweise heult der Wind durch die Fenster, Menschen gehen durch die Türen ein und aus, tragen Computer hinein und schleppen eine Schreibmaschine heraus. Die Sonne wird aufgehen und vom Himmel brennen, Schnee wird fallen, Unkraut aus den Ritzen des Fußbodens wuchern… und dennoch wird der grundsätzliche Eindruck des Hauses unverändert bleiben. …

Wir wollen nicht gedankenlos nach Wachstum und Veränderung streben; nicht um ihrer selbst willen zumindest; nicht um jeden Preis. Wir wollen sie nicht vergöttern. In der Therapie* gibt es andere würdige Ziele: Beharrlichkeit, Kontinuität, Stabilität, Unterordnung. Denken Sie daran, dass wir Psychologen**  im sozialen Kontext Stabilisatoren sind, keine Unterwanderer. Wir agitieren weder, noch rufen wir zur Revolte auf, sondern wir haben den Auftrag, die Menschen wieder zu ihrer wahren Bestimmung zurückzuführen, zur Normalität …“

© Noam Shpancer im Buch „Der gute Psychologe“
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* Auch Yoga ist Therapie (und wirkt auf die Psyche). Auf dem Weg des Yoga setzt man sich unweigerlich mit Wachstum und Veränderung auseinander. Der obige Textausschnitt ist eine interessante und mal andere Sichtweise, auf einen, so häufig in der Yogapraxis verwendeten, Fokus. ** Ein, wie ich finde, ebenso wertvoller Hinweis für  Yogalehrende.

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