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Inspiration

„Was wäre ich glücklich mit dem, was ich nicht habe.“

Von Diogenes erzählt man, dass er in Lumpen gekleidet durch die Straßen von Athen ging und in den Hausfluren schlief.

Man sagte, dass eines Morgens, als Diogenes noch schlaftrunken im Hausflur seiner nächtlichen Schlafstelle lag, ein wohlhabender Grundbesitzer dort vorüberging.

„Guten Tag“, sagte der Herr.

„Guten Tag“, antwortete Diogenes.

„Ich hatte eine sehr erfolgreiche Woche, und deshalb bin ich gekommen, um dir diesen Geldbeutel zu geben.“

Diogenes sah den Gutsbesitzer schweigend an, ohne sich zu rühren.

„Nimm ihn. Es ist ohne Hintergedanken. Das Geld gehört mir, und ich gebe es dir, ich weiß, dass du es nötiger hast, als ich.“

„Hast du noch mehr davon?“ fragte Diogenes.

„Natürlich“, antwortete der Reiche, „viel mehr.“

„Und du möchtest nicht noch mehr haben, als du bereits besitzt?“

„Natürlich hätte ich gern mehr.“

„Dann behalte dein Geld, denn du hast es nötiger als ich.“

 

Jorge Bucay – aus seinem Buch: „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“
(Gefunden in der „happinez“ Nr. 7/2016 im Interview von Christiane S. Schönemann mit dem Psychologen Jorge Bucay über die Heilkraft der Märchen.)
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