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Leben, Yoga

Yin & Yang

Das traditionell taoistische Symbol (Daoismus) veranschaulicht die Theorie von Yin und Yang auf ausgezeichnete Weise. Der Kreis, der das Ganze repräsentiert, ist in Yin (schwarz) und Yang (weiß) unterteilt. Die kleinen Kreise in gegensätzlicher Farbe zeigen, dass innerhalb von Yin auch Yang enthalten ist, und umgekehrt. Die geschwungene Teilungslinie verdeutlicht das dynamische und fortwährende Ineinanderfließen von Yin und Yang – sie schaffen einander und verwandeln sich ineinander. (1)

Yin und Yang beschreiben letztlich nichts anderes als die zwei Seiten einer Medaille. Das heißt, alles, was eine Vorderseite hat, hat auch eine Rückseite. Oder aber: Alles, was ist, besitzt auch ein Gegenstück oder Gegenteil, ohne das es nicht existieren würde und mit dem zusammen es eine Einheit, ein Ganzes bildet. (2)

Yin und Yang zeigen sich z.B. in folgenden Erscheinungen:
Yin
links, weiblich, hart, unten, dunkel, kalt, Nacht, Mond, Herbst und Winter, Erde, Wasser, das Passive, das Langsame, das nach innen Gehende, die Kraft, die einer Bewegung zugrunde liegt
Yang
rechts, männlich, weich, oben, hell, heiß, Tag, Sonne, Frühjahr und Sommer, Himmel, Feuer, das Aktive, das Schnelle, das nach außen Gehende, die Bewegung, in der sich Kraft ausdrückt

Aber Achtung! Yin und Yang sind nicht gegenständlich wie etwa ein Stuhl oder Tisch. Sie sind nicht die Welt selbst, sondern eine Beschreibung der Welt. Sie stellen ein universelles Prinzip dar, das wir in allen Erscheinungen der Welt wiederfinden.
Und: Yin und Yang sind relativ, das heißt, für sich allein ist eine Angelegenheit weder Yin noch Yang. Etwas Dunkles gibt es nur, weil es auch Helles gibt. Und der Tag wird durch die Nacht erst möglich. (2)

Wichtig und faszinierend ist der dynamische Aspekt: Yin und Yang unterliegen einer beständigen Verwandlung, genauer: Sie wandeln sich ständig ineinander um. Was Yin ist, bleibt nicht Yin, was Yang ist, bleibt nicht Yang. Yin wird zu Yang wird zu Yin wird zu Yang wird zu…
Hierin drückt sich die Tatsache aus, dass alles, was existiert, sich nicht nur fortlaufend verändert, sondern sich in sein Gegenteil wandelt, eine Ansicht, die wir im traditionellen fernöstlichen Denken fest verankert finden. (2)

Der Tag-Nacht-Rhythmus, der Wechsel der Jahreszeiten, der weibliche Menstruationszyklus, die sogenannten Biorhythmen oder das unablässige Entstehen und Vergehen des Lebens im Tier- und Pflanzenreich, die kreisförmigen Bewegungen des Alls – in diesen Beispielen zeigt sich offen der zyklische Charakter der Natur.
Oft fällt es uns allerdings schwer, die kreisförmigen Veränderungen in uns und um uns herum wahrzunehmen. Das mag daran liegen, dass sich die verschiedenen Erscheinungsformen überlagern, und daran, dass wir Menschen in den vergangenen Jahrtausenden versucht haben, dieses Prinzip zu ignorieren und auf Dauer beziehungsweise für die Ewigkeit zu bauen. (2)

Wandel am Beispiel der Jahreszeiten
Wir können – wie in jedem Zyklus – beginnen, wo wir wollen. Sommer ist in diesem Zeichen (Titelbild) dort, wo die 1 steht. Ein großes helles Feld. Es bedeutet, dass das Yang hier an seinem Höhepunkt ist. Der Sommer ist hell, die Tage lang, und es ist warm. Allerdings ist da bereits der dunkle Punkt im Zentrum des Sommers. Er bedeutet: Wenn sich etwas auf seinem Höhepunkt befindet, trägt es bereits den Keim zu seinem Gegenteil in sich. Man könnte auch sagen: Zu seinem Untergang. Und so ist es: Mit dem Herbst 2 beginnt – zunächst kaum merklich, angedeutet durch den schmalen Beginn des dunklen Feldes – die Yin-Jahreszeit, deren Höhepunkt der Winter 3 ist. Der trägt bereits ein Gegenteil in sich – den hellen Punkt im großen dunklen Feld. Mit dem Frühling 4 beginnt, zunächst ganz zaghaft, die Yang-Jahreszeit. Sie erreicht mit dem Sommer ihren Höhepunkt und trägt dann bereits den Keim zu ihrem Gegenteil in sich und so fort. (2)

 

Die Yin-Yang-Theorie >>>

 

Quellen der Zitate/ der entnommenen Texte:
Die obigen Texte wurden den nachfolgenden Büchern entnommen.
(1) „Das große Buch der chinesischen Medizin“ von Ted J. Kaptchuk
(2) „YuSen Sprudelnder Quell“ von Wilfried Rappenecker
Mit großem Dank an die Autoren für ihr profundes Wissen. ღ

 

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